Un momento…

Un momento…

oder

das „Momentum„, der programmierte Zufall?

Daran ist nur das Momentum schuld!!

Jedes Jahr gibt es mehr oder weniger sinnvolle Neuerungen zur jeweils aktuellen Fifa- Version, zu Fifa 12 waren dies die gut gelungene „Impact- Engine“ und das fast schon revolutionäre „Tactical Defending“.

Der interessierte Fifa- Spieler recherchiert im Netz, was bei der neuesten Fifa- Version hinzugefügt wird, ob EA etwas preisgibt von den großen Geheimnissen in der Entwicklung der – für uns zweifellos – besten Sportspielserie der Gamingwelt.
Fast in gleichem Maße suchen die meisten auch nach Hinweisen, dass lästige Fehler, die sich von Version zu Version durchziehen, endlich beseitigt werden. Als Beispiel sei da der gefährliche hohe Steilpass gedacht, der durch eine „unglückliche“ Brustablage des Verteidigers zur tödlichen Vorlage für den Stürmer wird. Gut, in diesem Fall kann man noch streiten, in wie weit auch diese Situationen verhindert, beseitigt, entschärft werden können, doch es wird wenige Zocker geben, die ob dieses Umstandes nicht schon mindestens einmal sehr emotional reagiert haben.

Eindeutiger wird es schon beim Stürmer / den Stürmern, der / die wie wundgelegen in der gegnerischen Hälfte im Abseits vergammeln. Situationen, in denen man den Ball aus dem eigenen Strafraum klären möchte, aber zeitgleich weiß, dass man nicht zum Stürmer spielen darf, weil dann der Ball sowieso gleich wieder weg ist. Sicher hat der findige Fifaexperte auch hier das passende Gegenmittel parat, aber es spricht wohl nichts dagegen die KI entsprechend anzupassen, dass sich die Stürmer zumindest auf Höhe der Mittelline aufhalten, statt sich selbst aus dem Spiel zu nehmen.

Diese beiden Beispiele zeigen greifbare Ansätze, sinnvolle Neuerungen und solche Situationen und Sachverhalte, die Chancen und Möglichkeiten anbieten Veränderungen zu schaffen. Sie sind Teil der konkreten Spielgestaltung, des Gameplays, der Umsetzung von künstlicher Intelligenz der Mitspieler auf dem gepixelten Rasengrün. Diese Facetten des Spiels lassen sich beschreiben, in feste Worte fassen und anpreisen.

Was man von folgendem Phänomen nicht behaupten kann: Das Momentum

Aber was ist das Momentum oder ist es überhaupt?
Fragt man den Duden, so erhält man für „Momentum“ folgende Information:

Momentum, das
Wortart: Substantiv, Neutrum
Bedeutung: [Richtiger, geeigneter] Augenblick, Zeitpunkt
Herkunft: lateinisch
Gebrauch: bildungssprachlich

Die Häufigkeit der Verwendung dieses Wortes wird bei Duden mit 2 von 5 angegeben. Man kann also davon ausgehen, dass wir Fifaspieler diesen Begriff überproportional gebrauchen. In der Physik wiederum wird das „Momentum“ mit den Begriffen „Moment“, „Impuls“, „Schwung“ und / oder „Triebkraft“ wiedergegeben.
Da unser beliebtes Sportspiel bekanntlich in Kanada entwickelt wird, ziehen wir noch die Verwendung des Begriffs „Momentum“ in der Sprache des (nord-)amerikanischen Sports hinzu. Hier steht unser Streitbegriff für eine „gelungene Aktion, die den Glauben an die eigene Stärke wachsen lässt“.

Am besten lässt sich unser Wissen um den Begriff „Momentum“ in folgender Art zusammenfassen:

++
In der wissenschaftlichen Betrachtung ist das MOMENTUM klar definiert. Die Physik gibt folgende Begriffsumschreibung: MOMENTUM steht für Antriebskraft, Drehmoment oder treibende Kraft. Die Psychologie beschreibt das MOMENTUM als kleinste wahrnehmbare Zeiteinheit – beim Menschen beträgt diese übrigens ca. 1/18 Sekunde.

Jeder Sportler kennt hingegen die emotionale Interpretation des Ausdrucks MOMENTUM: ein langer Pass, der den Mitspieler findet. Ein gewonnener Zweikampf. Ein erfolgreich beendeter Ballwechsel oder eine gelungene Aktion, die Gegner und/oder Kampfrichter beeindruckt. Von diesem Augenblick an – der übrigens oft kaum wahrnehmbar ist – ist man von der eigenen Stärke überzeugt, man glaubt an sich und alles scheint danach wie von selbst zu gelingen.

Diese Situation im sportlichen Wettbewerb umschreibt der Sportler mit dem MOMENTUM.

[Von der Startseite des Internetauftritts der Marketingfirma „Momentum Sports“]
++

So wie der Begriff „Momentum“ selbst für die eine gelungene Aktion steht, die den Glauben wachsen lässt, so wird auch das Phänomen „Momentum“ in EAs Sportspielserie Fifa von den Anhängern mehr und mehr zur Glaubensfrage.

Die einen sind vollkommen davon überzeugt, dass dieses „Momentum“ als eine Art programmierte Geißel im Spiel existieren muss und dabei scheinbar willkürlich die eigene Mannschaft benachteiligt oder die gegnerische Mannschaft bevorzugt.
Die anderen wiederum tun diese Behauptung fast überheblich lächelnd als Ausrede ab, mit der sich frustrierte Zocker ihre eigenen schwachen Leistungen schönreden wollen.

Bei all der Differenz zwischen beiden Lagern muss man vor allem den „Momentum- Leugner“ dahingehend Recht geben, dass die Kritik an und das Schimpfen über „Drecksfifa“, „Drecksmomentum“, „Scheiß EA“ vor allem dann aufkommt, wenn man verliert. Nur wenige Spieler erwähnen, dass das Momentum, von dem sie so überzeugt sind, auch dazu führt, dass sie Spiele gewinnen. Was ja eigentlich eine logische Konsequenz dieser Überzeugung sein müsste. In dem Sinn: Wenn ich gewinne, dann ist es meine eigene Stärke, wenn ich aber verliere, dann hat das „Momentum“ schuld.

Versuchen wir bei der Suche nach der Wahrheit bei den Fakten zu bleiben. Ein Versuch, der sich allerdings als sehr schwierig erweisen wird, da über den Begriff „Momentum“ im Zusammenhang mit der Fifaserie im Netz nur in einschlägigen Foren diskutiert wird, es gibt so gut wie keine offiziellen Statements vom Hersteller hierzu.
Allerdings kann man bei einer differenzierten Suche nach des Rätsels Lösung auf folgenden Artikel stoßen: Eine Beschreibung des Fifa- Ablegers WM 2010 für die Nintendo Wii:

Das Momentum existiert(e) wirklich!!

Ist die Momentumsanzeige grün, so treffen Schüsse eher das Ziel, zweite Bälle nach Zweikämpfen, Pfosten- und Lattentreffern, Abprallern usw. landen beim eigenen Spieler, Pässe kommen genauer, in Zweikämpfen trifft man eher den Ball.

Zerlegt man das Spiel in das, was es nun mal ist, so stellt man fest, dass alles nur aus abertausenden Rechenoperationen besteht. In jeder Zehntelsekunden, in der wir das Spiel genießen, laufen unfassbar große Datenmengen durch die Recheneinheiten unserer Konsole, damit wir vor dem Bildschirm sitzend nicht nur ein schönes Bild, sondern auch ein in sich stimmiges Spiel genießen können. Größen und Umstände wie verspringende Bälle, Abpraller, Zweikämpfe müssen in Echtzeit berechnet werden. Mit jeder Verbesserung der Grafik und des Gameplays wird der Rechenaufwand nur noch größer.

Das oben dargestellte Momentum führt wohl dazu, dass die Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Ereignisse entsprechend höher oder niedriger sind. So soll wohl versucht werden den Zufall in bestimmte Bahnen zu lenken.

Trifft der Ball die Unterkante der Latte zwei Zentimeter tiefer, so geht der Ball rein. Ist der Verteidiger nicht die Zehntelsekunde zu spät, so trifft er den Ball statt das Bein des Stürmers. Ein Distanzschuss streift den Rücken des eigenen Verteidigers und landet so unhaltbar abgefälscht im Tor.

Auf der Suche nach dem größten Maß an Realismus muss auch ein Sportspiel diese wichtige Größe berücksichtigen. Den Zufall als Spaßfaktor. Mal für den einen, mal für den anderen. Aber was hätte EA davon, wenn sie den Zufall derart programmieren, dass er sich mal auf die Seite des einen schlägt, mal auf die Seite des anderen? Nichts. Vielleicht ist der programmierte Zufall nur Zufall? Und was passiert, wenn beide ein „gutes“ oder beide ein „schlechtes“ Momentum haben?

Und sollte es das „Momentum“ tatsächlich geben, so müsste man doch nur ein paar gelungene Pässe spielen. Man müsste doch praktisch einfach nur mal ein Tor schießen – die gelungene Aktion schlechthin – und schon hätte man Aufwind…
Und warum schieß ich trotzdem noch vorbei, obwohl ich grad ein Fallrückziehertor gemacht hab?

Aus eigener Erfahrung kenn ich aber sehr gut die Situationen, in denen man im Spiel einfach aus der Haut fahren könnte. Wenn man nach den ersten zehn Ballkontakten am liebsten das Spiel abbrechen würde, weil man merkt, dass das alles nichts bringt. Die Spieler sind langsam, man kommt nicht in die Zweikämpfe, jeder zweite Ball landet beim Gegner, alles ist zäh und statisch, die Spieler bewegen sich nicht und beim Gegenüber flutscht alles flüssig und wie von selbst.

Aber ob das das „Momentum“ ist?

Oder trifft einfach die oben genannte Beschreibung des Begriffs „Momentum“ ins Schwarze? Wer gute Aktionen hat,  der gewinnt den Glauben an sich, der spielt befreit auf, da werden Dinge probiert, an die man sonst nicht denkt. Und es klappt dann auch noch.
Und sollte es so sein, so ist der umgekehrte Fall doch auch möglich. Spielt man drei Fehlpässe, kommen die Bälle nicht an oder kassiert man das frühe Gegentor, so gibt man sich dem schlechten Lauf hin, lässt den Kopf hängen und schreibt sich ab. Ohne „technische Unterstützung“.

Ein abschließendes Fazit scheint kaum möglich. Weder lässt sich das „Momentum“ als programmierte, von EA gewollte Größe beweisen, noch widerlegen. Und keiner, der noch so überzeugt davon ist, kann in diesem Punkt den Anspruch haben es „hundertprozentig zu wissen“. Wie auch immer, vielleicht ist auch dieser Fakt ein Teil des virtuellen Fußballs.
Wenn es schon keine Fehlentscheidungen der Schiris in Fifa gibt, so gibt es zumindest das Phänomen „Momentum“, das uns genug Diskussionsstoff bietet.

Eines wissen wir jetzt aber schon mal sicher:
Dass es das Momentum gibt.

Aber nicht, ob es von EA kommt 😉

In der Kommentarfunktion habt Ihr die Möglichkeit noch weiter darüber zu diskutieren.

Quellen:
www.duden.de


www.wikipedia.de


www.momentum-sports.de


www.nintendowiix.net/review.php?revid=365&titel=fifa-weltmeisterschaft-s%FCdafrika-2010

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Wenn er raus kommt, muss er ihn haben Vol. 20

Irrt zum letzten mal durch den Strafraum: die WERMEIH-Kolumne

Vor über zwei Jahren, nämlich am 26. April 2010, erschien die erste Ausgabe der FIFA-und-was-sonst-noch-drum-herum-passiert-Kolumne Wenn er raus kommt, muss er ihn haben. Seit dem habe ich 19 mal meinen Senf zu einer Vielzahl von Themen rund um die FIFA-Serie abgegeben. Mit der heutigen Ausgabe mache ich schließlich die 20 voll und freue mich über das kleine Jubiläum. Gleichzeitig ist diese 20. Ausgabe der WERMEIH-Kolumne auch das letzte Kapitel der Serie.

Vieles ist passiert in den mehr als zwei Jahren, in denen ich – mal in kürzeren, meist aber längeren Abständen – immer mal wieder einen neuen Gedankenerguss veröffentlicht habe. Der Ligakurier ist umgezogen, hat ein neues Gesicht bekommen und hat verschiedene Autoren gesehen. Auch die PS3-Fifaliga selbst hat sich einem Facelift unterzogen und präsentiert sich seit dem in ihrer Version „2.0“. Und auch im Privaten hat sich einiges getan, was umso deutlicher wird, wenn man sich noch einmal die alten Artikel anguckt und zurückdenkt, wie die damalige Lebenssituation war. Veränderungen machen vor keinem Lebensbereich halt, was auch für unsere Hobbys gilt – was in meinem Fall dieses Blog betrifft.

Neben der Arbeit, die das Schreiben nun mal macht, hat mir der Ligakurier und besonders die WERMEIH-Serie immer viel Spaß gemacht. Ein Blog steht und fällt mit seinen Kommentatoren und ich habe mich immer wieder gefreut, wenn jemand seine Meinung zu den Artikeln geäußert hat. Gleichzeitig hätte ich mir manchmal etwas mehr Feedback gewünscht, was nicht bedeutet, dass unter jedem Artikel Lobeshymnen stehen müssen, auch Kritik ist gerne gesehen. Das Ziel des Schreibens sollte es sein, eine Diskussion anzuregen – somit ist ein unkommentierter Artikel auch ein Stück weit ein verfehlter Artikel. Es fanden sich aber immer wieder Themen, zu denen ihr eure Meinung geäußert habt – vielleicht sollten künftige Autoren mehr zu genau diesen Themen schreiben.

Was in einer letzten Ausgabe natürlich nicht fehlen darf ist ein Rückblick. Keine Angst, ich werde diesen sehr kurz halten, um nicht in Nostalgie zu verfallen. Aber die vergangenen zwei Jahre hatten natürlich aus meiner Sicht auch ihre Highlights. Dabei stechen für mich besonders zwei Sachen hervor, auf die ich immer noch ein bisschen stolz bin. Zum einen ist da die letzte WERMEIH-Jubiläumsausgabe, in der ich vor dem Release von FIFA 11 ein Interview mit Ralf Anheier, dem PR-Chef von EA Deutschland geführt habe. Zum anderen wäre da noch das Sonderheft zur neunten Saison der PS3-Fifaliga, welches mich damals wirklich einiges an Arbeit gekostet hat und zu dem Malzi einige hochklassige Werbeanzeigen beigesteuert hat.

Mit der finalen Ausgabe der WERMEIH-Serie endet auch meine Tätigkeit als Verantwortlicher für den Ligakurier. Ich hoffe sehr, dass sich jemand findet, der dieses Blog weiter führt, da es in meinen Augen einen Teil der Attraktivität der PS3-Fifaliga mit ausmacht. Ich selbst möchte in Zukunft weniger Zeit für FIFA aufwenden, wovon auch das bloggen hier betroffen ist. Wer dennoch ab und an meinen Blödsinn lesen will, kann gerne auf meinem privaten Blog vorbei schauen.

Nach gut zwei Jahren bleibt jetzt eigentlich nur noch eine Frage offen: Warum eigentlich „Wenn er raus kommt, muss er ihn haben“? Weil dieser Phrasenschwein-Satz wunderbar zusammenfasst, wie wir über Fußball reden. Nämlich in Bauernregeln, welche die Komplexität des Spiel wunderbar auf ein kleines Fußball-Einmaleins runter brechen. Es sind Sätze wie dieser, die den Blick auf kompliziertere Sachverhalte verstellen und uns vom angemessenen Urteilen abhalten. Im Fall von „Wenn er raus kommt, muss er ihn haben“ mag das noch weniger dramatisch sein, weil er im schlimmsten Fall einen Einfluss auf die nächste Kicker-Note von Bundesligatorhütern hat. Andere Sätze wie „Killerspiele machen unsere Kinder zu gewalttätigen Soziopathen“ oder „Die Ultras sind Krawallmacher und die große Bedrohung des heutigen Fußballs“ können hingegen weitaus weitreichendere Folgen haben, wenn man ihre Richtigkeit blind anerkennt. Diese Kolumne sollte dabei stets mehr sein als ihr Titel, sie sollte sich nicht auf Phrasen ausruhen sondern nachfragen und sich mit Hintergründen befassen.

Da nun auch dieses letzte Mysterium geklärt ist, bleibt mir nichts mehr als mich für eure Aufmerksamkeit zu bedanken und euch alles Gute zu wünschen. Man sieht sich mit Sicherheit noch das ein oder andere mal in der Liga wieder. Walk on, euer nukular2k.

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Wenn er rauskommt, muss er ihn haben Vol. 19

Spiel, Spaß und Spannung. Und Spaß.

Ihr kennt das: Es ist Donnerstag-Abend und statt Zeit mit eurer Freundin zu verbringen, sitzt ihr mal wieder vor der Konsole. Voller Vorfreude schiebt ihr die Disc mit diesem neuen Spiel ins Laufwerk. Vor euch liegt eine neue, einzigartige Welt, die mit ihrer Geschichte und ihren Möglichkeiten darauf wartet, euch in ihren Bann zu ziehen. Dabei ist diese Spielwelt ganz anders als jene, die ihr vor ein paar Tagen erfolgreich durchquert habt. Eure letzte Reise endete damit, dass ihr eurem Widersacher aus der griechischen Mythologie in einem epischen, finalen Kampf den Kopf von den Schultern gerissen habt, die heutige Reise beginnt mit einem mysteriösen Mordfall, den ihr bei Dauerregen im Scheinwerferlicht der parkenden Autos untersucht.

Dieses Szenario ist aus zwei Gründen unwahrscheinlich. Der erste Grund ist, dass es Donnerstag ist. An einem Donnerstag werdet ihr mit Sicherheit NICHT die Entscheidungsgewalt über den Fernseher besitzen, denn es läuft ja Germany’s Next Topmodel. Und solltet ihr von diesem Naturgesetz nicht betroffen sein, und der Fernseher tatsächlich für die Playstation zur freien Verfügung stehen, trifft wahrscheinlich der zweite Grund zu: Ihr spielt FIFA.

Dabei dreht sich die FIFA-Disc nicht erst seit ein paar Tagen in der Konsole, oder seit ein paar Wochen. Nein, seit ganzen sieben Monaten steckt das Spiel schon in der Playstation, nämlich seit seinem Release. Davor waren es die zahlreichen Vorgängertitel, die bei vielen Mitgliedern der Community die Konsolen beherrschten. FIFA gehört damit zunächst einmal in eine Reihe von Spielen, die sich vor allem durch eine hohe Langzeitmotivation und damit verbunden durch eine hohe Bindung der Spieler an ein bestimmtes Spiel auszeichnen. Damit steht FIFA in einer Reihe mit Titeln wie Call of Duty, BattlefieldCounter-Strike, Starcraft, World of Warcraft oder Farmville.

Die genannten Spiele stehen stellvertretend für erfolgreiche Multiplayerspiele. Der Erfolg, also die hohe Bindung der Spieler – oder mit anderen Worten: die stets vollen Server – wird durch den ständigen Wettbewerb der Spieler untereinander erreicht. Ein Shooter wie Call of Duty bietet zwar auch in der Singleplayer-Kampagne eine fesselnde Spielwelt, spätestens nach dem dritten durchspielen und dem Sammeln aller Trophäen bzw. Achievements würde das Spiel aber ins Regal beziehungsweise Richtung eBay wandern – wäre da nicht der Multiplayer-Modus, genauer: der Online-Multiplayer. Als FIFA-Spieler muss man sich nur einmal an die älteren Titel der Serie zurück erinnern, die noch ohne Online-Multiplayer daherkamen. Irgendwann war immer der Punkt erreicht, an dem die KI selbst auf der schwierigsten Stufe dem eigenen Spiel nicht mehr gewachsen war und man sich von Sieg zu Sieg und damit von Meisterschaft zu Meisterschaft spielte.

Der Online-Multiplayer fügt den großen Spielen, die selbst schon eine riesige Spielwiese sind, eine neue Dimension dieser Spielwiese hinzu. FIFA wandert nicht in unser Regal, weil der Wettbewerb mit anderen Spielern eine eigene Spielwelt darstellt, die im Prinzip nie an ihr Ende gelangt. Genauso, wie auch in der Fußball Bundesliga jede Saison aufs neue die Meisterschaft ausgespielt wird, suchen auch die Online-Spieler immer wieder aufs neue ihren „Meister“. Multiplayerspiele unterscheiden sich damit deutlich von ihren Singleplayer-Pendants. Ist im Singleplayer das „durchspielen“ des Spiels das Ziel, also das Erleben des Abspanns und vor allem die Reise dahin, steht im Multiplayer immer wieder aufs neue das „Gewinnen“ im Vordergrund. Und um zu gewinnen muss man besser sein als der Gegner. Und um besser zu sein hilft nur Übung, denn: Es ist noch kein Pro-Gamer vom Himmel gefallen.

Da man aber nicht der einzige ist, der durch Übung besser wird, muss man stets am Ball bleiben. Die Konkurrenz schläft nicht. „Ich kann nicht, ich hab Clan-Training“ ist ein Satz, an den sich Real-Life-Fetischisten wohl noch lange nicht gewöhnen werden, er beschreibt aber die Realität des ambitionierten Online-Spielers schon recht gut. Ähnlich verhält es sich in den FIFA-Ligen, in denen vor Saisonstart erst einmal zahlreiche Freundschaftsspiele absolviert werden, um das eigene Spielsystem zu perfektionieren. Durch ihren hohen Anspruch zwingen Multiplayerspiele die Spieler dazu, regelmäßig in die Spielwelten zurückzukehren, um in ihnen erfolgreich zu sein. Zusätzlich zum regelmäßigen Training kommen mitunter noch feste Spieltermine, die eingehalten werden möchten. Aus der nebensächlichen Spielwelt entstehen somit im Handumdrehen sehr reale Verpflichtungen.

Eine Frage, die sich hieraus ergibt, ist inwieweit ein Online-Spieler überhaupt noch ein „Gamer“ ist. Der Begriff des „eSport“ ist nun schon ein paar Jahre alt und mit ihm verbunden ist der Gedanke, das mithilfe von Videospielen reale Wettbewerbe ausgetragen werden, mitunter mit Preisgeldern von mehreren hunderttausend Dollar. Nun werden die wenigsten von uns, die leidenschaftlich gerne FIFA spielen schon einmal um große Geldbeträge gespielt haben. Auch sind die meisten von uns nicht in den einschlägigen Clans vertreten, die mit dem Slogan „When we play, we play to win“ umschrieben werden könnten. Dennoch verschwimmt mit dem dauerhaften Eintritt in den Multiplayermodus eines Spiels die Grenze zwischen Gamer und eSportler. Sobald der Wettbewerbsgedanke das Spielerlebnis ersetzt verändert sich die Art, wie wir ein Spiel spielen – und damit verändern wir uns als Spieler.

Ein Einblick in die Welt echter Gaming-Nerds, zum Beispiel über den Plauschangriff Podcast der MTV-GameOne-Crew, lässt mich daran zweifeln, wie sehr ich als FIFA-Spieler überhaupt Gamer bin. Sicherlich ist ein Grund dafür, dass sich in meiner Wohnung noch nicht die verschiedensten Spiele für zahlreiche Konsolen bis unter die Decke stapeln, dass mir schlicht das Geld dazu fehlt, mir immer den neuen heißen Scheiß zu kaufen. Fakt ist aber auch, dass das FIFA-Zocken wenig Zeit lässt für ausgiebige Spaziergänge in fremden Spielewelten. Ist man als FIFA-Spieler also eSportler nur ohne monetären Erfolg, quasi ein gescheiterter Pro-Gamer?

Das dann doch bestimmt nicht. Denn die Tatsache, dass sich ein und dasselbe Spiel immer und immer wieder den Weg in unsere Konsolen bahnt, lässt sich vor allem damit begründen, dass es verdammt noch mal Spaß macht! Ja, immer und immer wieder! Ich muss nur Aufpassen, dass der Wettbewerb mir nicht den Spielspaß wegdiktiert – und damit meine ich auch den Spielspaß anderer Spiele, deren Spielewelten ich als Gamer doch schon gerne mal durchstreifen würde.

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Topzocker der Saison 14

MANN DER SAISON: chrisdoni

Pünktlich, kurz vor Start der 15. Ps3-Fifaliga Saison, konnte die Topzockerliste auf den neusten Stand gebracht werden.  Der in der vergangenen Saison aufgestellte Rekord von ahol7l mit 926 TZP hat weiterhin bestand. Nicht annähernd konnte dieser Wert in diesem Jahr erreicht werden. Selbst der Mann der Saison (chrisdoni)hätte, im Falle, dass er alles gewonnen hätte, aufgrund seiner Teamstärken nicht über 880 TZP hinauskommen können.

Ausgespielt wurden in der 14. Saison 83 Titel, die mit Topzockerpunkten belohnt wurden.  Somit , durch den Wegfall der USA etwas weniger als in der Vorsaison.  Ebenfalls gesunken ist die Zahl der „Neulingen“ auf der Liste. 20 Spieler, damit 4 weniger als in Saison 12 und sogar 8 weniger als in Saison 13, konnten zum ersten Mal den  begehrten Sprung auf die TZ-Liste schaffen. Damit fassen wir mittlerweile 361 Spieler, die mindestens 1-mal in ihrer Karriere Platz 3 oder mehr erzielt haben.

4 Double Gewinner hatte die Saison zu bieten.  CrAzY-GER mit Bayern in Deutschland, grazert mit Chelsea in England, gek0_10 mit Einhoven in Holland und Vorjahressieger ahol7l mit Unal Tigres in Mexiko.

Knapp das Double versäumten Bongoman1989 mit Braga in Portugal, sascha93 mit Salzburg in der Alpenliga und mirza mit Zenit St. Petersburg in Russland.  sascha93 sogar nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses!

Das Trippel konnte erneut nicht geholt werden. CL und SC Sieger chrisdoni konnte zwar die Meisterschaft für sich entscheiden, musste sich aber im Pokalhalbfinale geschlagen geben.

Knapp versäumt hat das Trippel auch grazert, der im EL-Finale im Elfmeterschiessen scheiterte.

TOP 3:

Obwohl einschlägig für seine Erfolge bekannt, ist der Triumph von chrisdoni doch eine kleine Überraschung. Bisher auf Platz 39 gelegen, genoss er eher den Ruf des „unangenehmen Gegners“ als des „Topzockers“.  Neben dem Erfolg in der Liga (Meister mit Lyon) schaffte er außerdem, den Championsleague-Sieg und den anschließenden Supercup nach England, zum FC Tottenham zu holen. Er strich satte 730 TZP ein und hätte diese Leistung beinahe noch verbessern können. Sein Halbfinalaus im nationalen Pokal gilt als unglücklich.

Damit verbessert er sich im Gesamtklassement von Platz 39 auf 20!

Mit 566 TZP schaffte Rekordhalter ahol7l immerhin den Sprung auf Platz 2. Eine fast makellose Saison liegt hinter dem Topzocker der Vorsaison. Dem erwähnten Double in Mexiko folgte der Einzug ins CL-Finale mit dem FC Santos. Dort musste er sich aber Triumphator chrisdoni geschlagen geben, und somit den Platz an der Sonne an ihn abgeben. Trotzdem ein Lob für diese tolle Saisonleistung.

Platz 3 mit 500 Punkten geht an den Gesamtranglistenführenden grazert, der in England das Double schaffte und ins EL-Finale einzog, wo er im Elfmeterschießen unterlag.

Auswirkungen aufs Gesamtklassement:

Keine Veränderung unter den Top 5. grazert baute seinen Vorsprung auf Platz 2 aus und führt weiterhin mit 5621 TZP vor stefansvg mit 3670 TZP. Dahinter folgen LeineLino, Andyi08 und fmp88.

JuergenBVB schob sich von Rang 8 auf 6 vor und macht Druck auf die Top 5. Sachsenpower, im Vorjahr erst unter die Top 10 gerückt, klettert weiter. Nun ist er bereits auf Platz 8.

Nach erneut starker Vorstellung verbesserte sich auch ahol7l. Er ist nach nur 4 gewerteten Saisons bereits unter den Top 10. Wie erwähnt schaffte auch Topzocker des Jahres chrisdoni einen gewaltigen Satz. Seine Saisonleistung bugsierte ihn von Rang 39 unter die Top 20.

Durch gute Leistungen schafften folgende Spieler ebenfalls große Verbesserungen:

flow81 von 18 auf 16, sascha93 von 19 auf 17, CrAzY-GER von 48 auf 31, mirza von 74 auf 43, gek0_10 von 133 auf 59 und Bongoman1989 von 211 auf 103.

Bester Neuling war Svenubi mit 120 TZP.

Statistik und Top 50:

Auch in die Liste der Top 5 Saisonabräumer konnte sich chrisdoni eintragen. 2 Punkte mehr als der bisherige Fünftplatzierte Wert von stefansvg aus Saison 6 reichten für den Platz auf der Liste.

Die Reihe der Spieler des Jahres erweitert sich somit um eine weitere Person. Ein Blick auf die bisherigen SdJ verdeutlicht, dass 730 Punkte schon eine Marke sind. Denn in Saison 7 reichten sogar lediglich 436 TZP zum Gesamtsieg.

Zum Abschluss des Statistik-Teils, noch der Blick auf die Top 50 der Gesamtrangliste:


 Ausblick:

Auch in der kommenden Spielzeit wird zunächst die Ligastärke gekürzt. Eine weitere Liga wird wegfallen, um somit den Run auf freie Teams wieder etwas Anschub zu geben und hoffentlich auch die Aktivität wieder zu steigern.

Ein fader Beigeschmack trägt die Saison 14 leider doch mit sich. Nie gab es gegen Ende einer Saison so viele Diskussionen und Beschwerden wegen den Wertungen der offenen Spiele.

Das Engagement der einzelnen Zocker die Spiele zu bestreiten litt in der Saison, wie man zum einen an den genannten Gründen sieht, aber zum anderen auch daran, dass zu Saisonende noch 4 Pokalfinalspiele ausstanden. Die betroffenen Akteure waren nicht hinterher die Spiele auszutragen, und erst nach mehrmaliger Aufforderung konnten wenigstens einige gespielt werden.

Das Pokalfinale im „Rest der Welt“ steht nach wie vor aus.

Ich erhoffe mir vom neuen Jahr wieder mehr Beteiligung und Bereitschaft von den einzelnen. Es ist schade, dass überhaupt entscheidende Spiele gewertet werden müssen.

Nichts desto trotz liegt wieder ein Neuanfang vor uns. Die Teams zur 15. Saison sind vergeben, und es kann fleißig geübt und getauscht werden, ehe am 26.05. die neue Saison ihre Tore öffnet und jeder wieder die Chance hat Topzockerpunkte zu ergattern!

Viel Spaß, viel Glück, bleibt fair!

grazert

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Wenn er rauskommt, muss er ihn haben Vol. 18

Wir träumen…

Der gestrige Dienstag sorgte für einen großen Paukenschlag in der Games-Szene. Software-Riese Electronic Arts kündigte an, dieses Jahr keinen neuen Teil der äußerst erfolgreichen Sportspiel-Serie FIFA auf den Markt zu bringen. Statt dessen werde man einen kostenlosen „DLC“ veröffentlichen, mit dem die Kader der lizensierten Mannschaften auf den neusten Stand gebracht werden können. Ebenfalls enthalten sein werden die neuen Trikots der Mannschaften sowie drei neue Stadien. Der nächste vollwertige Teil der Serie wird dann im nächsten Jahr folgen.

EA handelt mit dieser Maßnahme gegen das ungeschriebene Gesetz der Videospielbranche, die seit Jahren geschlossen nach dem Prinzip „Never STOP a running system“ munter ein Franchise-Titel nach dem anderen veröffentlicht. So wachsen die erfolgreichsten Spieleserien wie Call of Duty, Final Fantasy oder eben die Sport-Schwergewichte aus dem Hause EA, FIFA und Madden NFL, jährlich um neue Titel an. Zu den großen Gewinnen, welche die Publisher jährlich mit dem Verkauf der neusten Ableger ihrer Zugpferde einfahren, gesellten sich in letzter Zeit auch noch bedeutende Erlöse aus dem Geschäft mit kostenpflichtigen Zusatzinhalten, den „DLCs“.

Besonders überrascht von EAs Maßnahme dürfte der Dauerkonkurrent um die Gunst der Fans des virtuellen Fußballs, Konami, sein. Mit seiner Pro Evolution Soccer-Serie kämpft der japanische Publisher Jahr für Jahr gegen den kanadischen Konkurrenten EA um den Thron der Fußball-Simulationen. Eine Äußerung von Konami zu dem verblüffenden Schritt EAs steht bis dato noch aus – ebenso wie die Ankündigung eines neuen Teils der hauseigenen Pro Evolution Soccer-Serie.

Aus den Reihen EAs nahm Chefentwickler David Rutter zu der Ankündigung Stellung. Man habe sich dazu entschieden, sich länger Zeit für die Entwicklung des nächsten Teils zu nehmen, da man noch eine ganze Reihe von umfassenden Neuerungen einbauen wolle. Man hätte zwar bereits jetzt einige neue Features, wie ein überarbeitetes Freistoß-System oder verbesserte Laufwege, weitestgehend fertiggestellt, man wolle den Fans aber diesmal „nicht das übliche Verbesserungs-Häppchen servieren“. Viel mehr freue man sich darauf, im nächsten Jahr „ein Fünf-Sterne-Menü der Innovation auftischen zu können“, so Rutter weiter.

Der kostenlose DLC, der nun nach Ablauf der Transferperiode im Spätsommer erscheinen werde, ist auch ein Dankeschön an die treuen Fans der Serie, die EA Jahr für Jahr Rekordgewinne bescheren. Die FIFA-Erfolgsgeschichte wurde dabei in der jüngeren Vergangenheit vor allem durch den Spielmodus „Ultimate Team“ fortgeschrieben, der dem kanadischen Publisher zusätzlich 108 Millionen Dollar Umsatz aus Microtransaktionen einbrachte. Für Chefentwickler Rutter war es somit an der Zeit, den Fans etwas zurückzugeben, und er betonte, dass der geplante DLC dem aktuellen Teil der Serie, FIFA 12, einen neuen Anstrich geben werde. „Mit dem Kader- und Trikotupdate halten wir Euer Spiel auf dem aktuellen Stand und den Spielspaß damit hoch“, so der FIFA-Mastermind. Noch lange nachhallen wird aber vor allem sein letzter Satz: „Mit diesem Schritt handeln wir bewusst gegen die Mechanismen des Videospielmarkts und im Sinne unserer Fans, die sich auf einen atemberaubenden neuen FIFA-Teil im nächsten Jahr freuen dürfen, der nach ausgiebiger Entwicklungszeit unsere Simulation auf ein ganz neues Level hieven wird.“

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Man wird ja wohl noch Träumen dürfen. FIFA 13 ist für den Herbst diesen Jahres angekündigt. Zu den neuen Features zählen „Tactical Free Kicks“, „1st Touch Ball Control“, eine überarbeitete „Impact Engine“ und eine verbesserte „Attacking Intelligence“. Außerdem wird das Menü überarbeitet. Insgesamt werden die Neuerungen „das Spiel revolutionieren„.

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Über Zürich nach Dubai?

Die offizielle Weltmeisterschaft der FIFA-Zocker ist weiterhin im vollen Gange. Für die deutschsprachigen Zocker steht am kommenden Samstag ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum großen Finale in Dubai auf dem Programm: Das Drei-Länder-Finale wird in Zürich ausgetragen. Mit dabei sind auch ein Mitglied und ein ehemaliges Mitglied der PS3-Fifaliga, nämlich Andy „CrAzY-GER“ Baumgärtel und Marvin „M4RV_TH3_K1NG“ Hintz. Bevor sie sich am kommenden Wochenende in Richtung Schweiz aufmachen standen die beiden dem Ligakurier noch einmal Rede und Antwort.

Ligakurier: Kommenden Samstag ist es soweit, das Drei-Länder-Finale geht in Zürich über die Bühne. Sicherlich für Euch beide das bisher größte Highlight in Eurer FIFA-Laufbahn, oder?

CrAzY-GER: Also für mich auf jeden Fall. Wie schon in meinem Thread geschrieben, ist mit dem Erreichen des Drei-Länder-Finals mein großes Ziel in FIFA 12 erreicht. Ich wäre in der VDFL auch gerne weiter als „nur“ unter die letzten 32 gekommen, aber dieses Event entschädigt mich in jeglicher Hinsicht.

M4RV_TH3_K1NG: Auf jeden Fall ist es bis jetzt das größte, was ich in meiner FIFA-Laufbahn erreicht habe, weil ich auch erst seit Fifa 12 aktiv in der eSport-Szene mitzocke und dann direkt beim Länder-Finale dabei sein zu dürfen, freut mich sehr.

Andy hat ja bereits gesagt, dass er mit dem Finale jetzt das Ziel erreicht hat. Wie siehts bei Dir aus, Marvin, ab jetzt ist alles nur Zugabe? Oder hast du auch für Zürich ein festes Ziel vor Augen?

M: Ja, ich hab ein Ziel vor Augen und zwar das ich die Gruppenphase überstehe, denn dann ist man unter den Top 8 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und darauf kann man stolz sein.

C: Wobei ich denke, wir können schon sehr stolz sein unter den 20 besten Spielern dieser drei Länder zu sein.

Das denke ich auf jeden Fall auch. Bei Dir, Andy, lief es ja online besser als bei den Offline-Qualifiern. Woran liegt´s? Gewohnheit?

C: Ich war ja nur in Frankfurt dabei, da ich mich vor München schon online qualifizieren konnte und das Turnier wieder abgesagt habe. Die Gewohnheit spielt da sicher eine Rolle. Ich denke, dass mehrere Faktoren für mein schlechtes Abschneiden dort verantwortlich waren: die langen Wartezeiten mit wenigen Sitzgelegenheiten, der befestigte Controller, das Spielen im Stehen, recht starke Gruppengegner und nicht zuletzt einfach eine schlechte Leistung meinerseits an dem Tag. Als Erfahrung hilft mir dieses offline Event für Zürich aber trotzdem.

Du hast dich dagegen als echter Offline-Pro erwiesen, Marvin…

M: Ja, kann man so sagen. Ich war auch in Frankfurt wie Andy, es war mein erstes Offline-Event, deswegen konnte ich nicht genau anschätzen wie ich offline spiele, aber es lief sehr gut. Ich finde einfach, beim offline spielen ist die volle Konzentration auf das Spiel gerichtet es gibt niemanden oder etwas was dich ablenkt.

Habt ihr euch schon entschieden mit wem ihr antreten werdet am Samstag? Real oder Brasilien?

C: Normalerweise war Manchester City immer mein Team, doch als ich in Frankfurt mit den Jungs gescheitert bin hab ich mich entschlossen auch Real Madrid oder Brasilien zu nehmen. Ich denke, man ist mit diesen beiden Teams am konkurrenzfähigsten. Nach mehreren Tests fiel meine Wahl auf Real. Die Madrilenen passen einfach auch mehr zu meiner Spielweise, da ich viel über außen spiele und die beiden Stürmer kopfballstark sind.

M: Ich werde mit Brasilien an den Start gehen, weil ich einfach mein Team gefunden habe. Die schnellen Verteidiger bringen dir in einem Spiel so viele Vorteile. Dann die starke Offensive. Es ist einfach für mich das perfekte Team.

Marvin, Du bist zweimal denkbar knapp gescheitert. Die Endstationen lauteten Halbfinale und Finale. Jetzt hast Du eine Wildcard für das Drei-Länder-Finale bekommen. Warst Du darüber überrascht? Und wie und wann wurde Dir mitgeteilt, dass Du dabei sein darfst?

M: Ich hatte mit dem Thema Drei-Länder-Finale eigentlich schon abgeschlossen, aber als ich dann mit meinen Jungs aus dzs (Deutsche Zocker Schinken, ProGaming-Clan in dem unter anderem auch der aktuelle VDFL-Meister Manuel Waibel vertreten ist) schrieb und sie mir sagten, dass EA drei Wildcards verteilt, war ich voller Hoffnungen auch eine zu bekommen weil ich eben so knapp gescheitert bin. Noch am gleichen Abend wurde ich dann von einem EA-Mitarbeiter bei Facebook angeschrieben, dass ich dabei wäre und dann wurde erst mal gefeiert.

Du hast vier Titel bei der PS3-Fifaliga gewinnen können. Warum bist du trotzdem nicht mehr aktiv dabei? Brauchen wir Sach- oder Geldpreise in der Liga, um „ProGamer“ wie Euch beide halten zu können?

M: Nein das ist es nicht. Ich hab angefangen mit der PS3-Fifaliga bei Fifa 11 und habe dort meine Karriere begonnen die PS3-Fifaliga hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Ich habe aufgehört, weil ich nicht mehr soviel Zeit hatte. Aber mal sehen, vielleicht gibt es bald ein Comeback.

Das würde die Top-Zocker der Liga sicherlich freuen. Was ganz anderes: Andy, darf man in Dubai eigentlich Alkohol trinken?

C: Als Tourist darf man dort Alkohol trinken, ja.

Wikipedia? Oder doch schon vorbereitet auf den Fall der Fälle?

C: Grad gegoogled. Ich hatte keine Ahnung.

Vor Dubai liegt aber noch Zürich. Reist Ihr dort alleine an? Oder habt Ihr Unterstützung dabei?

M: Ich hab meine Vater dabei weil ich noch unter 18 bin und eine Begleitung brauche.

C: Ich werde mit einem guten Freund anreisen und eventuell noch einen zweiten Kumpel mitnehmen.

Marvin, hat Dein Vater denn schon eine Taschengelderhöhung in Aussicht gestellt, wenn Du ihn jetzt auch noch nach Dubai mitnehmen solltest? Soweit ich weiß, wird für das Grand Final ja für Spieler und Begleitung gezahlt…

M: Ja, Zürich wurde auch schon für ihn bezahlt, aber wenn ich es wirklich nach Dubai schaffe sollte wäre er natürlich sehr stolz, denn es ist dort ein 5 Sterne Luxushotel und so etwas erlebt man nicht oft.

Aber nicht nur eure Begleitpersonen unterstützen Euch, viele unserer User sitzen an den Turniertagen vor dem Rechner, verfolgen Eure Spiele im Stream und drücken Euch die Daumen. Hilft der Gedanke an diese „virtuelle Unterstützung“?

C: Also mir auf jeden Fall. Ich habe mittlerweile so viele Online-Freunde hier bei der Fifaliga gefunden und freue mich da riesig drüber, wenn andere mitfiebern.

M: Auf jeden Fall. Es ist immer gut, wenn man Leute im Rücken hat, die an einen Glauben.

Die werdet ihr auf jeden Fall haben. Ich drücke Euch auf jeden Fall die Daumen und bin mir sicher, dass am Samstag die ganze Liga vor dem Stream das gleiche tun wird. Viel Erfolg für Zürich!

+++

Am Samstag, den 12.5. ist es also soweit, Marvin und Andy kämpfen um ein Ticket für das Grand Final in Dubai. Gegen 13 Uhr wird das Turnier in die Gruppenphase starten. Die Gruppenauslosung steht bereits und auch für einen Livestream wird wieder gesorgt sein.

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„Die großen Vier“ XIV – Hinrunde

Am Samstag war es wieder soweit, die Mindestspielanzahl stieg auf 13 und damit sollten alle Spieler jetzt über die Hälfte ihrer Spiele absolviert haben. Abwesenheitsliste sei Dank, ist dies natürlich noch nicht überall der Fall. Trotzdem bietet es sich wie in jeder Saison genau jetzt an, ein kleines Zwischenfazit zu ziehen. Dieses mal müsst ihr jedoch auf die gewohnten Tabellen verzichten, diese lassen sich derzeit einfach nicht ästhetisch ansprechend einbauen. Ich gehe aber fest davon aus, dass ihr selbstständig die Tabellen findet.

In Lauerstellung: der FC Bayern.

Die Trainer in Deutschland sind so fleißig, dass sich hier schon fast der Abschlussbericht anbieten würde. Der Ordnung halber bleibt es an dieser Stelle aber erst einmal beim Hinrundenfazit und das lautet wie folgt: Noch alles offen im Meisterschaftsrennen! Die besten fünf Mannschaften trennen gerade einmal drei Punkte, wobei die auf dem dritten Platz liegenden Bayern bei nur einem Punkt Rückstand noch zwei Spiele weniger absolviert haben. Dabei geht es für die Münchner noch gegen zwei Teams aus dem gehobenen Mittelfeld, nämlich Wolfsburg und Bremen. Trainer CrAzY-GER hat also noch alle Chancen, an Spitzenreiter capitaine1986 (Hamburger SV) und Tonias55 (FC Schalke 04) vorbeizuziehen.

Die eben erwähnten Wolfsburger führen auf Platz 6 liegend die Verfolgergruppe an, von der man sich noch nicht so sicher sein kann, bis wohin diese eigentlich geht. So liegen Werder und Stuttgart zwar nur drei Punkte hinter der Elf aus der Autostadt, aber eben auch nur knapp über dem Abstiegs-Strich. Ob man also den Blick nach oben auf die internationalen Startplätze oder aber nach unten in den Tabellenkeller richtet, ist ungewiss. Jener Tabellenkeller wird derzeit von Köln, Dortmund und Hannover bewohnt, wobei der „Effzeh“ als Anführer der Kellerkinder schon vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat. Besonders brenzlig ist die Lage für den Tabellenletzten Saldev (Hannover 96), der in der Hinrunde ohne Sieg blieb.

Liefern sich einen harten Zweikampf: Manchester City und der FC Chelsea.

Keine Überraschung in England, der erwartete Titelzweikampf zwischen grazert (Chelsea FC) und Stefansvg (Manchester City) ist im vollen Gange. Dabei haben die Citizens derzeit mit zwei Punkten Vorsprung die Nase leicht vorne und konnten auch das direkte Duell mit 2:0 für sich entscheiden. Ärgster Verfolger des Spitzenduos ist Soccer94 (Tottenham Hotspur), der Vier-Puntke-Rückstand deutet jedoch darauf hin, dass es für ihn eher um das Festigen des Champions League Startplatzes geht.

Insgesamt präsentiert sich England deutlich entzerrter als die Deutsche Eliteliga, die Teams liegen auf der Insel weiter auseinander. Wie viel Aussagekraft diese Momentaufnahme hat, muss sich aber erst noch zeigen, sind doch eine Reihe von Spielen noch offen. Doch auch trotz dieser noch offenen Partien lässt sich bereits sagen, dass es für die Teams am Tabellenende schwer werden dürfte, die Klasse zu halten. Die zehntplatzierten Reds aus Liverpool sind bereits fünf Punkte hinter den Nicht-Abstiegsplätzen. Noch ernster sieht die Lage für die Mannschaften aus Fulham und Aston Villa aus: Beide Mannschaften konnten noch überhaupt kein Spiel gewinnen.

Für Inter Mailand gibt es derzeit keinen Grund zum Jubeln.

In Italien ist die Lage für die Abstiegskandidaten zwar auch nicht gerade entspannt, aber man darf hier deutlich hoffnungsvoller auf die restlichen Spiele blicken als in London und Birmingham. Dass er schon zwei Spiele gewinnen konnte, wird für den Tabellenletzten Sella17 aber wahrscheinlich ein eher schwacher Trost sein, mit den Nerazzurri von Inter Mailand hat er sich mit Sicherheit höhere Ziele gesetzt, als gegen den Abstieg zu spielen.

Während das eine Mailänder Team am Tabellenende steht, genießt das andere seine Spitzenplatzierung: Der AC Mailand ist „Herbstmeister“, wenn auch im Frühling. Dass Trainer Kevinho sich trotz Punktegleichheit und der schlechteren Tordifferenz als Konkurrent Sachsenpower92 (SSC Neapel) bereits so nennen darf, liegt auch an einer Regelneuerung, die zu dieser Saison in Kraft getreten ist. Ab sofort entscheidet bei gleicher Punktzahl nicht mehr die Tordifferenz über die Platzierung, sondern der direkte Vergleich. Und dieser Vergleich ging in der Hinrunde mit 3:0 vom Ergebnis her recht deutlich an die Mailänder.

In Spanien sind die Königlichen aus Madrid derzeit das Maß aller Dinge.

In Spanien ist es ebenfalls eines der ganz großen Teams, das den Spitzenplatz für sich beansprucht. Sezgin_TR führt die Tabelle mit Real Madrid zur Saisonhalbzeit an, kann aber noch von HaxXor (Espanyol Barcelona) verdrängt werden, wenn dieser nur eines seiner drei Nachholspiele gewinnt. AuchEntinho (Villareal) hat noch theoretische Chancen, den Tabellenführer aus Madrid mit einem Sieg im Nachholspiel abzufangen.

Der Blick auf die Spanische Tabelle aus der Vogelperspektive verspricht jede Menge Spannung für die zweite Saisonhälfte. Genauso wenig, wie sich oben eine Mannschaft absetzen konnte, musste unten ein Team abreißen lassen. Levante, Sevilla und Atletico Madrid stehen zwar für den Moment unter dem Strich, sind aber allesamt noch in Schlagdistanz zu den Nicht-Abstiegsplätzen. Und selbst der internationale Wettbewerb scheint für die Mannschaften vom Tabellenende noch nicht außer Reichweite, liegen doch zwischen dem sechsten Valencia und Schlusslicht Atletico Madrid nur vier Punkte.

Die Wahl zum Spieler der Hinrunde basiert dieses mal erneut nicht nur auf Liga-internen Leistungen. Bei der letzten Wahl zum Spieler der Saison wurde Schumu1887 gekrönt, der neben ausgezeichneten Leistungen in der Liga auch mit einer großartigen VDFL-Saison auf sich aufmerksam machte. Zwar nicht in der VDFL, dafür aber beim FIWC ganz vorne mit dabei ist CrAzY-GER. Im Live-Qualifier noch gescheitert, klappte es jetzt für den derzeitigen Bayerntrainer aus Deutchland 1 in der Online-Qualifikation. Er wird die Farben der PS3-Fifaliga also in Zürich hochhalten. Dazu herzlichen Glückwunsch und schon mal alles Gute!

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CL/EL Gruppenphase Saison XIV

Griff nach den Sternen: Wer wird diese Saison die begehrten Trophäen entgegennehmen dürfen?

Neue Saison, neues Glück. Nachdem die Gruppenphase in den internationalen Pokalen vorüber ist, möchte ich hier ein kurzes Zwischenfazit ziehen. Zuerst ein Blick auf die Aktivität: 146 von 192, oder 76% der Partien wurden gespielt – an sich erneut kein allzu toller Wert. Da aber relativ viele Spieler während der Saison aufhörten oder gar nicht erst antraten, verbessert sich die Quote auf knapp unter 90%. Und da unter den nicht gespielten kaum entscheidende Spiele waren, ist hier ein kleines Lob fällig; zwar ist das immer noch nicht perfekt, aber eine klare Verbesserung zum Vorjahr!

Nun aber genug des Lobes.. Fangen wir mit der CL an: Hier gab es ein paar Überraschungen;  die einzigen Vertreter der Top 5 der Topzockerliste mussten bereits die Segel streichen, wenn auch denkbar knapp: Für fmp88 war mit ManCity als 3. hinter Werder Bremen (Saldev) und dem PSG (juergenBVB) nur wegen einem Tor weniger als PSG Schluss und Vorjahresfinalist Stefansvg scheiterte mit Stoke City als 3. mit 3 Punkten Rückstand auf Olhanense (Bongoman1989) und 6 auf Lazio Rom (hakan92), nachdem man beide direkten Duelle verlor. Ebenfalls eine Überraschung ist, dass der kleine Sturm Graz (sorreno) hinter ‚Mr. Bilbao‘ Schumi1887 2. wurde und somit Galatasaray und Udinese rauswarf – vielleicht wird das eine ähnliche Geschichte wie letzte Saison mit Lokeren, das am Ende die EL gewann. Das wird tmontana_87 dieses Jahr mit Real Salt Lake zwar nicht wiederholen können, traurig wird er darüber aber eher nicht sein, steht er doch ebenso in der CL K.O.-Runde wie CL-Sieger aHol7l mit dem FC Santos, nachdem beide die Gruppenphase souverän ohne Niederlage absolvierten. Komplettiert wird das Achtelfinale durch Soucheaux (Patilinho), Bayern (blusher1337), Olympiakos (HerthaDSCer), Tottenham (Chrisdoni), Montpellier (CrAzY-GER), Stuttgart (Tonias55), Porto (Ugur52) sowie Liverpool mit ‚Ligakönig‘ steff86m.

Nun zur Europa League. Hier hält Topzocker grazert mit Arsenal als letzter international Verbliebener der Top 5 die Fahne hoch, nachdem Andyi08 wegen einer gebrochenen Hand nicht weiterspielen konnte. Nutznießer davon waren Rotterdam (jiggz) und Braga (F-elinho-91). Und erneut sorgen ‚kleine‘ Vereine für Furore, nachdem der SV Ried (berni-bob) als Gruppenerster vor Sporting Lissabon (sascha93) weiterkam sowie der FC Lorient (JPK90) die wohl schwerste Gruppe hinter Chelsea (Flow81), aber vor dem HSV und Valencia überstand. Ebenso weiter sind St. Petersburg (sascha0492), Paranaense (P@ddYnho11), Sevilla (cristiano7), Leverkusen (seppl94), Celtic Glasgow (helpe), Barcelona (Stekelenbrunner), Marseille (figo-deluxe), Juventus Turin (Kevinho) und Jaguares de Chiapas (aykut-92).

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Das war es auch schon mit dem kleinen Überblick und somit kann ich nur noch allen Achtelfinalisten viel Glück wünschen!

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Wenn er rauskommt, muss er ihn haben Vol. 17

Liebes EA-TEam: Wenn schon Hass, dann auch richtig!

Heute aus aktuellem Anlass. Thema nicht tagesaktuell, sondern eigentlich immer aktuell. Es geht um den Hass. Und um den Spielspaß. Warum wir die Controller fliegen lassen und dieses Spiel mehr Blutdruckkranke hervorbringt als die Killerspiele-Collectors-Box (Bundesjugendministerium-geprüft, FSK 21, aber nur in Österreich). Kurz: Es geht um die dunkle Seite von FIFA.

Jedes mal wenn ich mich hinsetze und denke, ich schreib mal wieder ne WERMEIH, dann will ich eigentlich über dieses Thema schreiben. Es kommt dann meistens ein dringlicheres Thema dazwischen und ich bewahre mir dann den Gedanken im Hinterkopf. Dort pocht er dann bei jeder zweiten Niederlage gegen irgendein digitales Arschloch. Heute lass ich ihn raus, den Gedanken. WERMEIH 16, der Blogpost-gewordene Hass auf drei Viertel aller FIFA-Spieler da draußen…

Vorab ein paar Klärungen. Ja, ich bin ein schlechter Verlierer. Meine Bilanz weist zwei kaputte Controller auf, keiner der beiden ist einem Shooter oder sonst einem anderen Spiel zum Opfer gefallen. Außerhalb der digitalen Fußballwelt bin ich ein ebenso schlechter Verlierer, was sich zum Beispiel daran äußert, dass ich auch zwei zertrümmerte Tennisschläger mein eigen nennen darf. Natürlich ärgere ich mich auch über verlorene Ligaspiele hier in der Community. Da mich aber wenig mehr ankotzt als nach Siegen im ICQ lesen zu müssen, dass ich zwei mal weniger aufs Tor geschossen habe und mein Sieg dadurch aber ganz doll unverdient war und ich überhaupt super fies spiele, ist das unfreundlichste, was man von mir nach einer Niederlage zu hören bekommen wird ein „gw, gg.“, gefolgt von einer die Farbe wechselnden ICQ-Blume. Meistens kann ich mir sogar noch eine Abschiedsfloskel abringen und nach fünf Minuten cool-down sind fast alle Niederlagen abgehakt und nicht der Rede wert.

Hinzu kommt, dass ich mich inzwischen recht gut daran erinnern kann, dass ich eigentlich zum Spaß vor der Konsole sitze – nämlich aus Spielspaß. Wenn mir das Spiel dermaßen auf den Sack geht, dann sollte ich es eben nicht spielen. Meine masochistische Ader ist nämlich eigentlich nicht sonderlich ausgeprägt (zumindest dachte ich das, bevor ich mit dem FIFA Zocken angefangen habe) und bei jedem Singleplayerspiel führt Spielfrust dazu, dass man entweder das Spiel nicht mehr spielt, oder aber eine Komplettlösung oder nen Cheat zur Hand nimmt, um den Frust zu hinter sich zu lassen und wieder mit Spaß weiterzuzocken.

Die FIFA-Disc dreht sich nach wie vor in meiner Konsole und das obwohl der Frust einen nicht zu übersehenden Teil des Spielerlebnisses ausmacht. Dabei bin ich aber inzwischen soweit zu sagen, dass es nicht das Spiel selbst ist, was den Frust erzeugt (die lächerlichen Elfmeterentscheidungen und andere Macken des Spiels, die zweifelsfrei Frust erzeugen, sollen hier nicht Thema sein…), sondern es sind die Spieler. Meine inzwischen jahrelange Erfahrung mit dem Spiel lässt zunächst nur einen Schluss zu: Der Arschlochanteil unter den FIFA-Spielern ist leider deutlich höher, als bei jedem anderen Spiel, das ich bisher im Online-Multiplayer gespielt habe.

Vielleicht tue ich der FIFA-Community (damit meine ich nicht unsere Community, sondern die Gesamtheit aller FIFA-Online-Spieler) auch unrecht. Vielleicht liegt es doch am Spiel selbst und der Anteil der traurigen Gestalten, die scheinbar nur darum den Controller in die Hand nehmen um anderen Leuten auf die Nerven zu gehen, ist genau so hoch wie bei jedem anderen „kompetitiven“ Onlinespiel. Tatsache ist, FIFA-Spieler haben eine eigene Sprache, und die funktioniert ganz ohne Headsets und VoIP-Chat. Es reicht ein einfacher Torjubel um dem Gegner klar zu machen, was man von ihm hält. So muss man kein Kommunikationswissenschaftler sein um zu erkennen, dass der „Ich-kann-dich-nicht-hören“ Jubel oder ein an die Lippen gelegter Finger dem Gegner gelten und frei übersetzt irgendwas zwischen „Ja was denn, Bitch?“ und „Ich bin so ein geiler Spieler und glaube nicht, dass da jetzt von dir noch irgendwelche Gegenargumente kommen..“ bedeutet. Auch andere Torjubel wie der Ententanz eignen sich hervorragend um seinem Gegner zu sagen, „sieh her, ich habe in dein Tor getroffen und werde mir auf die gleich kommenden drei Wiederholungen dieses Kack-Abstaubers aus dreieinhalb Metern einen runterholen“.

Die Torjubelpalette ist aber nur Teil des Problems. In der Liga jubeln Rund die Hälfte der Leute gar nicht nach Treffern. Ich oftmals auch nicht. Auch wenn ich finde, dass es zwar nett ist, dem Gegner nicht das Tor noch mal ins Gesicht zu reiben, man sich aber ruhig freuen darf und dass die Spiele hier ja auch nicht ohne Emotionen ablaufen sollen. Und wenn ich in einem Ligaspiel mal einen Torjubel sehe, dann signalisiert dieser mir meistens einfach, dass sich mein Gegner gerade über das geschossene Tor freut – was ja auch sein gutes Recht ist und nichts mit dem Verhalten außerhalb der Liga zu tun hat.

Aber die freie Wildbahn der Head-to-Head Seasons bei FIFA12 bringt scheinbar die menschlichen Abgründe der Gamer zum Vorschein. In einem Thread im offiziellen FIFA-Forum von EA habe ich mal sinngemäß gelesen „Natürlich zelebriere ich einen übertriebenen Torjubel. Damit provoziere ich meinen Gegner und erreiche oftmals, dass dieser dadurch schlechter spielt.“ Das ist eine mögliche Begründung für das Gepose, die ich gerade noch nachvollziehen kann – gutheißen kann ich solche Fortuna-Düsseldorf-Taktiken aber nicht. Und ich bin mir sicher, dass es in den allermeisten Fällen auch nicht berechnende Taktik ist, die den Gegner dazu antreibt den debilen Hampelmann zu machen. Es ist schlicht und ergreifend ein schlechter Charakter. Wer 85 Minuten mit mehr Glück als Verstand ein 0:0 hält, sich bei seinem 9er-bewerteten Torwart und dem ihn umgebenden Aluminium bedanken kann, plötzlich nach einem Glückstreffer mit dem ersten vernünftigen Angriff kurz vor Schluss den Siegtreffer erzielt und dann noch meint, jubelnd den Dicken machen zu müssen, der hat zwar am Ende drei Punkte in der Tasche, aber auch eindrucksvoll gezeigt, was für eine traurige Gestalt er ist.

Man kann hier entgegnen, dass ich ein frustrierter Spinner bin, der zu oft verloren hat und sich über die ganz natürliche Freude der Gegenspieler aufregt. Und wäre das Torjubelphänomen die einzig negative Erscheinung im FIFA-Universum, würde ich dem vielleicht sogar zustimmen. In Kombination mit den anderen Dingen, die man in den H2H Seasons so ab Liga 3 aufwärts erlebt – z.B. dem hinten-rum-Geschiebe, das mit dem Wort „Zeitspiel“ noch äußerst unzureichend beschrieben ist (und das manchmal schon nach zehn Spielminuten!) oder PNs über das PSN, die eigentlich vor 23 Uhr nicht verschickt werden dürften – in Kombination mit diesen Dingen bin ich dann schon geneigt davon auszugehen, dass es sich bei einem Großteil der Gegner einfach um Arschlöcher handelt.

Manchmal bin ich versucht diesen armen Seelen zugute zuhalten, dass sie ja nichts anderes machen als die Möglichkeiten des Spiels auszuschöpfen. Nach einem Treffer Richtung Mittellinie abdrehen, alle Provokationen abspulen und sämtliche Wiederholungen durchlaufen lassen, selbst Zeitspiel inklusive Ballhochhalten an der eigenen Eckfahne, das alles wird doch von den FIFA-Machern scheinbar zugelassen, vielleicht sogar gewollt, schließlich haben sie selbst die Möglichkeiten dazu in das Spiel eingebaut. Aber zwischen sich scheiße benehmen können und sich tatsächlich scheiße benehmen besteht ein Unterschied und das eine führt auch nicht gezwungenermaßen zum anderen. Ich schlage jedem, der gerade wieder von den ganzen Spinnern da draußen genervt ist, vor, mal als Experiment zu versuchen, sich genauso in den Spielen zu verhalten. Es wird Euch nicht gelingen! Jeder, der auch nur mit einem Mindestmaß an Verstand und sozialem Fingerspitzengefühl gesegnet ist, wird den Torjubel, nach dem er den unberechtigten Elfmeter verwandelt hat, abbrechen. Manche schießen diesen Elfer sogar mit Absicht in die Wolken (ich nicht!). Und genauso werden die meisten auch bei einer knappen Führung in den Schlussminuten trotzdem nicht den Ball solange mit dem Torwart halten, bis die Gelbe Uhr oben links (oder oben rechts? Ich weiß es nicht genau, ich sehe sie so selten!!) sich in die Netzhaut des Gegners gebrannt hat. Mit diesem Selbsttest könnt Ihr Euch alle selbst vergewissern: Es ist nicht leicht und es passiert nicht automatisch, ein Arschloch beim FIFA Spielen zu sein.

Manchmal wünsche ich mir ein Stück PES zurück. Nicht, dass es dort nicht genau das gleiche Verhalten gäbe. Aber es gab zumindest die Möglichkeit, acht vorgefertigte Chatnachrichten zu speichern und mit einem einzigen Tastendruck abzurufen. Neben solch Fairplay-fördernden Nachrichten wie „Good Game“ und „Nice Goal“ konnte man die Nachrichten auch mit nicht ganz so netten Mitteilungen belegen. Nach einiger Zeit war ich ziemlich kreativ, was die vorgefertigten Beleidigungen anging. Einige brachten diese Form des Dialogs zu Perfektion und entwickelten eine wahre Kunstform, in dem sie immer den passenden Spruch parat hatten („How appropriate. You fight like a cow!“). Also EA, hier könnt ihr noch was von PES lernen. Wenn schon Hass, dann auch richtig!

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Zwischenbericht Frankreich 1, Deutschland 2 und der World League 1

Heute möchte ich einen kurzen Einblick in die Ligen Franreich 1, Deutschland 2 und der World League 1 geben. Ich weiss, dass gerne jeder seine Liga hier sehen würde, doch der Aufwand wäre einfach zu ernorm um diesen in meiner meist eh schon knapp bemessenen Freizeit zu bewerkstelligen. Deswegen möchte ich euch alle bitten meinen Aufruf am Ende des Artikels zu beherzigen 🙂

 

Genug der langweiligen Informationen. Fangen wir an mit Frankreich 1

Die wenigstens Spiele haben bisher Olympique Marseille trainiert von Fibsen und Giovanne1900 mit LOSC Lille mit aktuell 7 gespielten Spielen auf dem Konto.

Beginnen wir mit dem Spieler, die nach knapp der Hälfte der gespielten Spiele in aktuer Abstiegsgefahr schweben. Die Rote Laterne hält KlaibAir mit AJ Auxerre in festen Händen daran ändert auch sein 2:0 Sieg gegen die Favorisierten Pariser, allerdings könnte dieser Sieg ja vielleicht der Beginn einer kleinen Serie sein. Diese könnte er gut gebrauchen, denn Platz 8 ist in Schlagrichtung mit nur 5 Punkten Abstand.

Große Enttäuschung scheint auch bei Paris St. Germain zu herrschen. Nach 8 Spielen stehen gerade einmal 8 Punkte auf dem Konto was Platz 10 momentan bedeutet. Der Trainer ChristianM75 hat sich seine Hinserie bestimmt anders vorgestellt.

Insgesamt geht es zwischen Drittplatziertem und dem Siebtplatzierten sehr eng zu. Gerade einmal 5 Pünktchen trennen Saint Etienne (3) und FC Bordeaux (7)

An der Spitze steht der FC Toulouse auf dem zweiten Platz. Nur eine Niederlage und ein Unentschieden stehen 7 Siege entgegen. Crusher hängt also voll im Windschatten von Chrisdoni, der mit 26 Punkten bei einem Spiel mehr einen knappen Vorsprung von 4 Punkten aufweisen kann. Wer von beiden seine Form halten kann, wird voraussichtlich die Meisterschaft gewinnen.


Werfen wir noch einen Blick in Deutschlands zweite Liga. Hier kämpfen 12 Trainer um Auf und Abstieg.

Auch hier haben wir 2 Trainer die den ersten Platz anscheinend unter sich ausknobeln wollen. Momentan hat Flow81 mit 1860 München die Nase vorne mit zwar einem Spiel mehr aber nur 3 Punkten dahinter hat sich F-elinho-91 mit Cottbus an seine Fersen geheftet und könnte bei einer kleinen Krise der Blauen Löwen an ihnen vorbei ziehen.

Der Kampf um Platz 3 wird da schon spannender. Lediglich 4 Punkte Rückstand hat der Achtplatzierte FC St Pauli (12) auf den derzeitig Drittplatzierten Mainz 05 (16)

Als sicherer Abstiegskandidat scheint sich marcbecks mit Augsburg zu präsentieren. Einen Punkt aus neun Spielen sind eine bittere Pille und mindern nicht den Druck auf die Augsburger in der Rückrunde. Bessere Karten scheint Platte mit seinen Herthanern zu haben. 2 Siege zuletzt haben seinen Rückstand auf nur 3 Punkte an das rettende Ufer schmelzen lassen. Auch hering1989 mit Düsseldorf ist mit 2 Punkten Rückstand noch in Schlagweite.


Schauen wir noch auf die Creme de la Creme der World League 1

Ein Blick in den Tabellenkeller und man darf Mutmaßen ob Deutschland (Leobinho88) und Russland (igistrum) am Samstagabend noch diese Trainer haben. Mit 2 und 3 Spielen sind sie weit von ihren Mindestspielen entfernt.

Auf dem letzten Platz und dem damit verbundenem Abstieg steht Italien mit Entinho der aus 7 Spielen gerade einmal einen Punkt sammeln konnte.

Die Holländer rund um Flow81 reihen sich ein in die Kandidaten der Abstiegsbedrohten. Lediglich 4 Punkte aus 7 Spielen. So hält man nicht die Liga, schon gar nicht wenn man bedenkt das Russland und Deutschland noch 5 bzw. 4 Spiele weniger auf dem Konto haben.

An der Spitze zeichnet sich Momentan Schumi1887 mit Brasilien als Klassenprimus aus. Zwei Unentschieden stehen 8 Siegen gegenüber. Zwar hat er 3 Spiele mehr als der zweite, allerdings müsste Stefansvg mit seinen Engländern diese erstmal gewinnen um ihn zu überholen.

Enttäuscht kann hier JuergenBVB sein, der mit Spanien nur den siebten Platz mit 8 Punkten belegt.

Gleiche Punktzahl nur ein Platz höher bei einem Spiel weniger. Soviel Gleichheit und trotzdem kann man Cailou mit Belgien hier lobend erwähnen. Von einem kleinen Fußballland muss man so eine Platzierung nicht erwarten.

Tabellen werde ich euch nicht präsentieren. Erstens könnten diese sich minütlich ändern, zweitens sollte jeder Wissen, wo er die Tabellen findet…

Dies war ein kleiner Ausschnitt der Fifaliga. Du möchtest auch einen kleinen Zwischenbericht schreiben? Dann meld dich bei einem der „Reporter“ des Ligakuriers. Gerne nehmen wir auch deinen Zwischenbericht entgegen und veröffentlichen diesen.

Allen weiterhin viel Erfolg

Sportliche Grüße

Sspitze

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